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Sonnenfinsternis in Spanien 03.10.05
Wie kommt man zur Sofi nach Spanien? 6 Mitglieder der Astronomischen Arbeitsgruppe Laufen mussten sich opfern, um der Öffentlichkeit ein paar Aufnahmen präsentieren zu können. Am 1. Oktober begann die Reise vom Münchner Flughafen nach Valencia und weiter mit dem Auto nach Altea. Von dort aus suchten wir einen Beobachtungspunkt, unser Reiseleiter und Vorstand Rudi Reiser hatte schon von zu Hause ein ungefähres Ziel geplant. Dank GPS und Karte landeten wir fast genau unter der Zentrallinie, unsere Koordinaten waren:
30° 48´22,2“ Nord und 0° 00´23,7“ West.
Kurz besprachen wir noch einen Notfallplan, falls das Wetter nicht mitspielt. Eine Möglichkeit war das Landesinnere, als Alternative blieb noch die Küste. Dieser Plan wurde aber am Morgen des 3. Oktober wieder verworfen, weil es gegen 8 Uhr überall bewölkt war. 
Dank der spanischen Essensgewohnheiten (um 8 Uhr findet man nur sehr schwer etwas zu essen), konnten wir nicht mehr unterscheiden, ob das flaue Gefühl in der Magengegend vom Hunger oder der Witterung kam. Trotz allem entschlossen wir uns, den zuvor ausgewählten Beobachtungspunkt aufzusuchen. Auf dem Weg dorthin konnten wir schon einer Gruppe mit einigen Teleskopen zuwinken. Die starke Bewölkung verwandelte sich in eine leichtere, aber die Sonne war nicht richtig zu sehen. Als wir begannen unsere Ausrüstung aufzubauen, kamen wieder Zweifel auf, ob wir am richtigen Platz sind….
Der erste Kontakt gegen 9.40 Uhr fand noch bei leichter Bewölkung statt, doch Optimismus machte sich breit, die blauen Stellen am Himmel wurden immer größer und schon bald war es im Umkreis der Sonnen wolkenlos. Es dauerte ein Weilchen, bis die gesamten Instrumente aufgebaut waren. Meine Ausrüstung bestand aus einem Stativ, einer Digitalkamera (Canon Powershot AF 40), einem 500er Tele und einer doppelten Rettungsdecke. Diese Ausrüstung war mit Abstand die „bescheidenste“.

Die Verdunklung der Sonne war durch das schwächere Licht und durch die deutliche Abkühlung auch ohne Hilfsmittel zu erkennen. Gegen 11.00 Uhr MESZ war von der Sonne nur noch der äußere Ring übrig, diese Phase dauerte ca. 4 Minuten. Danach schob sich der Mond wieder weiter nach unten und die restliche Finsternis ging in umgekehrter Richtung weiter.


Das große Glück mit dem Wetter und die schöne Sicht auf die Finsternis wurden gleich während der Finsternis mit einer Flasche Sekt gefeiert. Auch im Nachhinein muß es als sehr großes Glück bezeichnet werden, wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die ganze Reise hatte zum Ziel, diese Fotos zu machen und natürlich auch die eigenartige Stimmung einer Finsternis (Lichtverhältnisse und Temperaturänderung) zu spüren.
von links: Bernhard, Maria, Peter, Sonja, Rudi und ich
Da unser Rückflug erst am Samstag gebucht war, konnten wir noch einige Sehenswürdigkeiten Spaniens genießen.
Einen Tag verbrachten wir in Cuenca, eine Stadt, die 1996 von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen wurde. Diese Liste umfaßt 812 Denkmäler in 137 Ländern. Davon sind 628 Kulturdenkmäler und 160 Naturdenkmäler, weitere 24 Denkmäler gehören beiden Gruppen an. Eine Besonderheit von Cuenca sind die „hängenden Häuser“, die Häuser sind scheinbar zu weit über die Felswände hinausgebaut worden.


Besonders gefreut hat uns noch der Besuch in einem naturwissenschaftlichen Museum, in dem wir sogar ein Planetarium gefunden haben.

Einen Tag verbrachten wir beim „Shopping in Valencia“, man kann sich nur schwer vorstellen, wie schwierig es ist, in Spanien Briefmarken zu bekommen. Das Postamt ähnelte mehr einer Kfz-Zulassungsstelle, um am Schalter bedient zu werden, musste man erst eine Nummer ziehen. Überrascht waren wir von einem Bahnhof, der fast Museumscharakter hatte.
Einen weiteren Ausflug machten wir nach Teruel und danach nach Albarracin. In Teruel machten wir als erstes mit einer Schule Bekanntschaft, die mit ihrer kleinen Kuppel fast an das Laufner Gymnasium erinnerte.
Gutes Essen muß nicht teuer sein, ein Menü für 9 Euro, incl. einer Flasche Wein bescherte uns auch tiefere Einblicke in die spanische Gastronomie (abhängig von der Sitzposition). Der Alkoholgehalt dieser Flasche machte uns aber noch Stunden später zu schaffen…
Frisch gestärkt ging es weiter nach Albarracin, einer kleinen Stadt, berühmt durch ihre gigantische, gut erhaltene bzw. restaurierte Stadtmauer. Hier konnten wir in der Abendsonne besonders schöne Farben genießen.

Auf der Mauer mussten wir feststellen, dass Alkoholgenuss nicht zur Schwindelfreiheit beiträgt, aber sicher ist sicher….

Die letzten schönen Fotos konnten wir noch auf unserem Rückflug aus dem Flugzeugfenster machen. Es war eine Wochen mit vielen wunderschönen Eindrücken.

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